EIN JAHR VEGAN – ERFAHRUNGEN UND NUTRITIONAL YEAST

Auch wenn mein erstes “Veganiversary” jetzt schon wieder ein paar Monate zurück liegt, erzähle ich euch in diesem Beitrag etwas zu verschiedenen Themen die mich in diesem Jahr begleitet haben, unter anderem Vorurteile, Vegan im Ausland, was sich hinter Nutritional Yeast versteckt oder woher ich meine Inspiration bekomme.

Nutritional Yeast
In so gut wie jedem veganen Rezept (sowohl aus meinen E – Books als auch auf Instagram oder diversen Rezepteblogs) enthalten Nutritional Yeast. Nach längerer Suche bin ich dann auf das “deutsche” Pendant gestoßen – Bierhefeflocken. Diese bekommt ihr unter anderem bei dm. Und es ist wirklich ein Gamechanger! Wenn ihr eurem Essen mehr Geschmack hinzufügen wollt oder versucht eine natürliche “Käsesauce” zu machen ist es unverzichtbar.

Auswärts essen?
Tatsächlich gestaltet sich das Thema mal leichter, mal schwerer. Wenn ich mit Freunden essen gehe, wählen wir meistens eine Location, die mindestens ein veganes Gericht auf der Karte hat. Das sind zum Beispiel beim Italiener schon einfache Spagetti Napoli. Wenn es allerdings darum geht, typisch deutsch Essen zu gehen ist das schon etwas schwieriger (fast alle Gerichte enthalten Milch, Eier oder Fleisch). In den meisten Fällen kann man aber auch hier einfach die Bedienung nach einem veganen Gericht fragen und bekommt dies dann. Am einfachsten ist Sushi, asiatisch, italienisch oder mexikanisch essen zu gehen.

Vegan im Ausland?
Seit ich mich vegan ernähre war ich in Italien, Kanada, Südafrika und Paris unterwegs und es war dort wirklich einfach mich vegan zu ernähren. Denn im Vergleich zu Deutschland ist das Thema dort schon ziemlich fortgeschritten. Entweder man findet komplett vegane Restaurants und Cafés, oder aber es gibt mindestens fünf verschiedene vegane Gerichte.

Selbst kochen und experimentieren
Ich bin seit ich mich vegan ernähre viel experimentierfreudiger geworden. Und auch weniger wählerisch – ich esse inzwischen auch Zwiebeln, Knoblauch oder Pilze, was früher gar nicht ging. Zudem komme ich ständig auf neue Ideen, vor allem was Snacks und Desserts betrifft. Es macht auch wirklich Spaß, sich an Neuem zu probieren oder geliebte Gerichte zu veganisieren. Ich bin inzwischen Profi darin, vegane “Bratensauce” nach der typisch schwäbischen Art zu kochen.
Zudem koche ich im Vergleich zu vorher sehr viel frischere und unverarbeitetere Gerichte.

Blutwerte und Präparate?
Ich habe erst im Januar einen Bluttest gemacht, bei dem alles analysiert wurde, um Mangelerscheinungen (falls vorhanden) rechtzeitig zu erkennen. Allerdings sind meine Blutwerte top und ich habe keinerlei Mängel. Eisen und Vitamin B12 nehme ich jedoch trotzdem seit Beginn als Präparat zu mir, damit es auch dabei bleibt.

Protein?
Ich nehme an “normalen” Tagen rund 50 Gramm Eiweiß zu mir. Das ist im Vergleich zu vorher (140 Gramm am Tag) zwar deutlich weniger, aber ist dennoch über der von der DGE empfohlenen Menge an Eiweiß. Ich finde es schwer mehr Eiweiß zu Essen, da ich nicht jeden Tag Linsen, Bohnen oder Tofu essen möchte. Muskeln habe ich übrigens auch kaum verloren.

Dein Freund isst nicht vegan?
Richtig – anfangs habe ich deshalb immer zwei Gerichte gekocht, inzwischen isst er meistens dasselbe wie ich. Wenn er sich allerdings selbst was kocht ist das meistens nicht vegan. Ich finde das auch völlig ok so, denn er soll essen was er möchte. Allerdings habe ich inzwischen festgestellt, dass es für mich nichtmehr so leicht ist ihm Fleisch anzubraten oder ähnliches, auch wenn ich das Anfangs nicht für möglich gehalten habe.

Vorurteile
Ein Vorurteil ist, dass Veganer immer erwähnen müssen, dass sie vegan sind. Das liegt vor allem daran, dass man entweder erklären muss warum man etwas nicht isst, oder man hinterfragt wird wenn man es nicht erwähnt. Das beste Beispiel hierfür ist, wenn ich erwähne dass ich Burger gemacht habe. Die Frage die zu 90 % als nächstes kommt ist “ich dachte du isst kein Fleisch?”. Well… ebenso ist es übrigens auch wenn ich von Käse oder Schnitzel rede – es kommt fast immer als Kommentar “du meinst veganes Schnitzel oder?”

Wie fühlst du dich?
Wirklich gut! Zum einen, weil ich eben so “gesund” und ausgeglichen ernähre, zum anderen weil ich etwas gefunden habe, hinter dem ich zu hundert Prozent stehe und mit dem ich mich sehr gut identifizieren kann. Dadurch fühle ich mich irgendwie komplett wie ich selbst. 🙂

Woher nimmst du deine Inspiration?
Am Anfang bin ich erstmal sämtlichen “veganen Accounts” die ich auf Instagram finden konnte gefolgt, um mir Inspiration zu holen. Inzwischen ist die Zahl der Accounts wieder geschrumpft, was vor allem daran liegt, dass es viele verschiedene Arten von Vegan gibt. Ich habe inzwischen vier, fünf Accounts die tolle Inspiration liefern, meiner Meinung nach auch die richtige Message vermitteln und leckere Rezepte posten. Es gibt jedoch vor allem zwei E- Books, nach denen ich häufiger koche, das “Healthy Vegan” von Caroline Deisler und das “Eat more Plants” von Zanna van Dijk.

Habt ihr euch schonmal eine Zeit vegan ernährt oder tut es immer noch? Was für Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

 

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